Offener Patientenbrief

Lie­be Pati­en­ten unse­rer haus­ärzt­li­chen Pra­xis,

in Zei­ten von Coro­na wer­den wir alle vor gro­ße Her­aus­for­de­run­gen gestellt: Vor­ga­ben der Behör­den bzgl. Hygie­ne- und Abstand­maß­nah­men müs­sen ein­ge­hal­ten wer­den, eine sehr gro­ße Zunah­me an Coro­na-Abstri­chen, täg­lich wech­seln­de gesund­heits­po­li­ti­sche Vor­ga­ben und vie­les ande­re ver­än­dern den sonst gewohn­ten Pra­xis­ab­lauf (Sprech­stun­den­ter­mi­ne, Arzt-Pati­en­ten­kon­tak­te) und muss­ten zwangs­läu­fig zur eine kom­plet­ten Umstruk­tu­rie­rung der Pra­xis­ab­läu­fe und auch der Behand­lungs­ver­sor­gung füh­ren. Umso mehr sind wir zur Auf­recht­erhal­tung einer hoch­wer­ti­gen und für­sorg­li­chen Pati­en­ten­be­treu­ung und ‑behand­lung auf den gegen­sei­ti­gen respekt­vol­len Umgang, ins­be­son­de­re auch gegen­über mei­nen Mit­ar­bei­te­rin­nen, ange­wie­sen.

Lei­der muss­ten wir dahin­ge­hend in den letz­ten Wochen und Mona­ten sehr schlech­te Erfah­run­gen erle­ben. Dies hat letzt­end­lich dazu geführt, dass vier (!) unse­rer medi­zi­ni­schen Fach­an­ge­stell­ten ihr Arbeits­ver­hält­nis gekün­digt haben, da sie die per­sön­li­chen, teils sehr hef­ti­gen und ver­let­zen­den ver­ba­len Angrif­fe nicht mehr ertra­gen konn­ten.
Ein sol­ches Ver­hal­ten gegen mei­ne Mit­ar­bei­te­rin­nen und auch mich per­sön­lich hät­te ich nicht für mög­lich gehal­ten und wer­de ich zukünf­tig auch in keins­ter Wei­se mehr dul­den!

Die­ses Ver­hal­ten eini­ger Pati­en­ten hat zu lan­gen inter­nen Dis­kus­sio­nen geführt. Nach Abwä­gung aller Punk­te, haben mei­ne Part­ne­rin und ich beschlos­sen, die Pra­xis in Clee­bronn unter den beschrie­be­nen ver­än­der­ten Pra­xis­ab­läu­fen wei­ter­zu­füh­ren und von einer Ver­le­gung mei­nes Arzt­sit­zes in eine ande­re Regi­on bis auf wei­te­res abzu­se­hen.

Dies ist in ers­ter Linie dar­auf zurück­zu­füh­ren, dass uns gera­de in den letz­ten Wochen eine gan­ze Rei­he lang­jäh­ri­ger Pati­en­ten Aner­ken­nung, Respekt und gro­ße Zufrie­den­heit mit ihrer bis­he­ri­gen Betreu­ung signa­li­sier­ten. Auch durch die Gemein­de Clee­bronn, ins­be­son­de­re Herrn Bür­ger­meis­ter Vogl, haben wir gro­ße Hil­fe und per­sön­li­che Unter­stüt­zung erhal­ten.

Genau die­se Men­schen sind für uns der Grund, wes­halb wir die­sen Beruf gewählt haben und denen wir eine hoch­wer­ti­ge haus­ärzt­li­che Ver­sor­gung bie­ten möch­ten.

Damit wir dafür unse­re Kraft und Ener­gie wei­ter ein­set­zen kön­nen, bit­te ich all die Pati­en­ten, die sich mit unse­ren genann­ten Ansprü­chen hin­sicht­lich respekt­vol­len Umgang und ver­än­der­ten Pra­xis­ab­läu­fen nicht kon­form erklä­ren kön­nen, sich schnellst mög­lichst eine neue haus­ärzt­li­che Betreu­ung zu suchen. Die Behand­lungs­un­ter­la­gen stel­len wir Ihnen in die­sem Fal­le ger­ne zu Ver­fü­gung.

 

Dr. med. Ste­ve Mül­ler mit Pra­xis­team